Verloren hat er aber nicht seine Sehnsucht nach Gewissheit. Sie zu stillen versucht der Mensch, indem er sich «Idealität» unterwirft oder sich sogenannten «Tatsachen» unterstellt. Und besonders die Moderne scheint ihm eine neue Form von Gewissheit zu liefern: in Form der angeblichen Unbezweifelbarkeit naturwissenschaftlicher Modelle oder von Befunden, wie siekünstliche Intelligenz hervorbringt.
Dass dieses Bestreben angesichts der Beschaffenheit der vorgefundenen Welt in die Irre geht, zeigt Martin Mosimann in seinem neuen Buch. Vielmehr gilt es, gegenüber «Idealen» und «Tatsachen» eine eigenständige Position zu finden. Dabei muss der Mensch jedoch auf Gewissheit verzichten: Er kann nur versuchen, sich gut verantwortete Positionen zu erarbeiten.