Mit dem ganzen Menschen und seinen Ressourcen arbeiten In diesem Buch geht es um die Nutzung von Kraftquellen in der Sozialen Arbeit. Man spricht von Ressourcenorientierung. Das bedeutet, dass man mit den Resso- cen der Klient(inn)en arbeitet statt einseitig mit ihren Störungen und Problemen. Dabei geht es nicht nur darum, Soziale Arbeit effizienter zu machen, sondern auch um die Umsetzung humaner Wertvorstellungen, um die richtige Sicht vom M- schen, der als vollständige Person in seiner Bezugsgruppe betrachtet und betreut werden soll und nicht auf seine Probleme als "Alkoholiker", "Sozialhilfe-/Hartz IV- Empfänger", "Multiproblemfamilie" usw. reduziert werden darf. Unter Ressourcen verstehen wir daher nicht nur materielle Dinge wie Geld und Wohnraum sowie individuelle Stärken der Klient(inn)en, sondern viel mehr: gelingende Alltagsroutinen, motivierende Zielvorstellungen, tragende Selbstkonz- te und soziale Beziehungen, die als soziale Netzwerke bezeichnet werden. Die sechs Leitfragen des ressourcenorientierten Interviews mit Klient(inn)en illustrieren diese Inhalte anschaulich: 1. Alltagsroutinen: Wie läuft Ihr Alltag ab? 2. Zielvorstellungen: Was wünschen Sie für sich und ihre Angehörigen, auch auf lange Sicht? 3. Stärken: Welche besonderen (und normalen) Fähigkeiten besitzen Sie? Was gelingt Ihnen? 4. Identität: Was unterscheidet Sie von anderen? 5. Soziales Netz: Welche Personen sind oder waren für Sie wichtig? 6. Materielles: Worüber verfügen Sie?
Wie entwickelt man eine ressourcenorientierte Haltung in der Sozialen Arbeit? Wie kann diese in der Arbeitspraxis nachhaltig genutzt werden? Anschaulich vermittelt diese Anleitung das Konzept der Ressourcenorientierung als modularisiertes Programm und präsentiert Methoden zur individuellen Ressourcenanalyse sowie zur sozialen Netzwerkarbeit. Systemische und lösungsorientierte Methoden runden die Darstellung ab und betonen den Multiplikatorenansatz des Konzepts, der einen erfolgreichen Transfer des Theoretisch-Methodischen in den beruflichen Alltag ermöglicht - sowohl in der Arbeit mit KlientInnen als auch im eigenen Team und in der sozialräumlichen Arbeit. In Beiträgen von PraktikerInnen, Fachkräften in Leitungsfunktionen und Personalentwicklern im Bereich Sozialwesen zeigen sich Transfer- und Einsatzmöglichkeiten, förderliche institutionelle Rahmenbedingungen, aber auch die Stolpersteine und Risiken für ressourchenorientiertes Arbeiten.