In einem einjährigen Prozess schrieb der Künstler täglich an zwei parallell laufenden Texten. Zum einen ist der chinesische Dichter-Maler Wang Wei Ausgangspunkt für ein Nachsinnen über Sehen und Malen, Erinnerung und Vorstellung. Zum anderen folgt der Autor und Maler auf der Spur eines Fahnders nach dem Ursprung des Bildes, nach der «Narbe», die als Motiv den Text durchdringt. Die Gestaltung des Buches greift die Rohform eines Manuskripts auf: Es besteht ganz einfach aus losen A4-Seiten, mit einem Linolschnitt des Künstlers als Deckblatt, zusammengeheftet mit einer schlichten Metallklammer.
Der bildende Künstler Rolf Winnewisser arbeitet mit den verschiedensten Medien. Dabei geht es immer um geheimnisvolle Bildwelten, die schwer zu entschlüsseln sind. In seiner Kunst spielt auch die Sprache und die Arbeit am Text eine wichtige Rolle. Der Künstler begnügt sich nicht mit dem Zeichnen und Malen. Er reflektiert seine Wahrnehmungen auch durch stark verwobene Texte. In "Spur mal Narbe" beschreibt er ein Jahr lang von Tag zu Tag in zwei parallel verlaufenden Texten den chinesischen Dichter/Maler Wang Wei und auf einer zweiten Textebene die Figur des Fahnders oder die Suche nach dem Buch "Once more in Cicatrice" von Aron Klopsten.